St-Léonard
Der grösste unterirdische See Europas
Unter den Rebbergen am Südhang des Winzerdorfes Saint Léonard befindet sich ein Naturjuwel: ein mystischer unterirdischer See. Dieser kann auf einem Ruderboot erkundet werden.
Attraktion
Der See ist mit einer Länge von 260 Metern, einer Breite von 29 Metern m und einer maximalen Tiefe von 13 Metern (Fläche ca. 6’000 Quadratmeter) der grösste unterirdische See Europas. Die Temperatur bleibt das ganze Jahr über konstant bei ca. 12 Grad Celsius.
Der unterirdische See wurde 1943 von Jean-Jacques Pittard entdeckt und erforscht. Erst seit 1949 ist der See für das Publikum geöffnet. Auf eine Bootsfahrt von 45 Minuten kann in die mystische Welt im Bergesinnern eingetaucht werden.
Eine Ausstellung im Warteraum vor dem Einlass zum Bootssteg vermittelt anschaulich und multimedial, auch anhand von Exponaten das Zusammentreffen der drei Gesteine Kohleschiefer, Kalkmarmor und Gips während der Entstehung der Alpen, die Bildung des Hohlraums durch das Ausschwemmen des wasserlöslichen Gips und die Entdeckung des See und dessen touristische Nutzung.
Erreichbarkeit
Der Eingang zum unterirdischen See befindet sich auf der Ostseite des Dorfes St-Léonard unter den Rebbergen ob dem Quartier Les Champlans. Der Fussmarsch vom Bahnhof St-Léonard dauert fünfzehn Minuten. Autofahrer finden einen Parkplatz in der Nähe des Eingangs.
Nützliche Infos
Öffnungszeiten
Der «Lac souterrain» von St-Léonard kann vom 19. März bis 1. November besucht werden. Eine Buchung ist zwingend, am einfachsten online über die Website. Da es im Innern der Grotte mit 12 Grad Celsius eher kühl ist, empfiehlt es sich, eine Jacke mitzunehmen.
Eintrittspreise
Die aktuellen Eintrittspreise sowie die genauen Öffnungszeiten finden sich auf der Website.
Sprachen
Die Bootsführer erklären Wissenswertes zum unterirdischen See auf Französisch, Deutsch und Englisch, während das Ruderboot fast geräuschlos über das kristallklare Wasser gleitet.
Kontakt
Lac souterrain de St-Léonard: Website www.lac-souterrain.com, Telefon 027 203 22 66
Geologie
Die Nordwand des Sees besteht aus schwarzem Schiefer oder „Kohlenschiefer„, einem Gestein aus dem Karbon (mehr als 300 Millionen Jahre alt), während die Südwand aus Marmor, „dem Stein von St-Leonard„, besteht. Diese beiden Felsen, die vollkommen wasserdicht sind, ermöglichen das seitliche Zurückhalten von Wasser im Inneren der Höhle. In der Mitte dieser beiden Felsen finden wir Gips, ein Sedimentgestein, das mit der Zeit porös und wasserlöslich wird
Dieser Gips, der vor 220 Millionen Jahren entstand, als das Wallis noch Teil eines riesigen Ozeans war, wurde bei der Entstehung der Alpen zwischen die Marmorschicht und die Schieferschicht geschoben. Der Prozess dauerte mehrere hundert Millionen Jahre.
Die Bildung des Hohlraums, in dem heute der See liegt, dauerte dagegen nur einige tausend Jahre: Wasser sickerte in das Gipsgestein und löste es auf, begünstigt durch die zahlreichen Risse, die durch die häufigen Erdbeben in der Region verursacht werden.



